Chorfahrt Lüneburger Heide
Kirchenchorausflug 2008 in die Lüneburger Heide
"Auf geht's, in die Lüneburger Heide" hieß es am Donnerstagmorgen um 6.00 Uhr Gut gerüstet mit Proviant und geistlichem Segen machten wir uns auf die Reise. Während es in Neuthard weiter regnen sollte, fuhren wir der Sonne entgegen. Die Vorzüge der Bordküche konnten wir bei Sonnenschein kurz vor Hildesheim genießen. Während der Führung in Hildesheim erfuhren wir viel über den Dom, der während des Krieges vollständig zerstört wurde. Umsichtige Menschen brachten wertvolle Gegenstände rechtzeitig in Sicherheit, sodass z.B. der gößte romanische Radleuchter im deutschsprachigen Raum mit 6 Meter Durchmesser im wieder erbauten Dom bewundert werden kann. Viele nutzten dann die Gelegenheit zu Kaffee oder Eis im nahegelegenen Stadtkern Hildesheims, bevor es auf die letzte Tagesetappe nach Dibbersen, vor den Toren Hamburgs, ging. Dort begrüßte uns der Hausherr unseres Hotels mit einem süffigen Heideküsschen, das zugleich als Aperitif für das gute Abendessen gereicht wurde.
Der zweite Tag war geprägt von dem Naturerlebnis Lüneburger Heide. Drei Pferdekutschen mit frohgelaunten, teils sangesfreudigen Reiseteilnehmern schaukelten über die sandigen Wege der Heide. Sie blühte zwar nicht so kräftig, wie zu dieser Jahreskreis zu erwarten, aber die unterhaltsamen Kommentare der drei Kutscher und die wärmenden Sonnenstrahlen ließen den Morgen zu einem einzigartigen Erlebnis werden. Manche Auswirkung der Wildschweinplage war genauso zu sehen wie eine Herde Heidschnucken, die für die Pflege der Heide unerlässlich sind. Den Nachmittag verbrachten wir in der Stadt Lüneburg. Manche bewunderten die eindrucksvolle Orgel in der St. Johanniskirche, den "Alten Kran" oder den Stintmarkt, andere setzten sich in eines der gemütlichen Straßencafes. Nach dem Abendessen gratulierte der Chor seinen Geburtstagskindern der vergangenen Wochen.
Am Morgen des dritten Tages nahmen wir Kurs auf die Ostsee. Zunächst besuchten wir Lübeck, die Stadt der sieben Türme. Das Holstentor, das historische Rathaus, die prachtvollen Häuser der Kaufleute, das Heilig-Geist-Hospital sind nur eine Auswahl der Sehenswürdigkeiten, die Lübeck zu bieten hat. In der evangelischen Marienkirche ist ein besonderes Mahnmal des Krieges erhalten. Die zerborstenen Glocken, die beim Brand der Kirche aus dem Glockenstuhl auf den Boden krachten, sind noch im Original zu sehen. Zurück in der Gegenwart bot das Cafe Niederegger mit seinen Marzipanspezialitäten eine gute Gelegenheit, an die Daheimgebliebenen zu denken. Von Lübeck war es nur noch ein Katzensprung an die Ostsee. Travemünde lud bei angenehmen Temperaturen und einer leichten Brise zum Flanieren an der Uferpromenade ein.
Nach diesen erlebnisreichen Tagen, an denen wir schöne Flecken der Erde gesehen hatten, wollten wir auch den Dank an den Himmel nicht vergessen. Mit Liedern aus dem Chorheft "Erd und Himmel sollen singen" übernahmen wir die musikalische Gestaltung der Vorabendmesse der Gemeinde Heilig Geist in Lübeck.
Welche Freude Musik den Menschen bereiten kann, war am Samstagabend nach dem Abendessen zu erleben. Ein Alleinunterhalter gab gekonnt manche witzige Einlage mit Erlaubnis von Pfarrer Müller zum Besten und begleitete auch gerne die Gesangseinlagen des Chores oder einzelner Solistinnen. Ein gelungener Abschlussabend eines Ausfluges, bei dem uns auch bei der sonntäglichen Heimfahrt der Sonnenschein begleitete. Ganz besonderer Dank zollen die Reiseteilnehmer dem Vorstand und Reiseleiter Helmut Bellm, der mit seiner langjährigen Erfahrung und dem gewohnt bis ins Detail geplanten Programm, die Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließ.
Chor nach dem Gottesdienst in Heilggeist, Lübeck
