Projekt: Vater-Unser-Bitte "unser tägliches Brot gib uns heute"
Unser tägliches Brot gib uns heute
Das ist ein Projekt, welches bis zum Erntedankfest wachsen und gedeihen soll. Anregungen sind immer willkommen.
Vaterunser-Bitte: Unser tägliches Brot gib uns heute
2021 haben wir mit der Reflexion des Wettersegens, des Erntedanks und der Gestaltung des Erntedankaltars entdeckt, wie tiefgründig die Segens- und Dankgebete sind und wie sie den ganzen Menschen, seine Familie und die berufliche Tätigkeit einschließen.
Auf Basis dieser positiven Erfahrung kam die Idee auf, über die Vaterunser-Bitte „Unser tägliches Brot gib uns heute“ im Rahmen eines Projektes nachzudenken. Wir sind heute reichlich gedeckte Tische gewohnt und gehen vielleicht etwas gedankenlos über diese Bitte hinweg, ohne die Reichweite dieser Bitte zu spüren.
Wir wünschen, dass wir mit diesem Projekt Gedanken des Nachdenkens, des Wahrnehmens von Grenzen, die Verpflichtung zur Wertschätzung und Solidarität mit unseren Mitmenschen anregen können.
2021 haben wir mit der Reflexion des Wettersegens, des Erntedanks und der Gestaltung des Erntedankaltars entdeckt, wie tiefgründig die Segens- und Dankgebete sind und wie sie den ganzen Menschen, seine Familie und die berufliche Tätigkeit einschließen.
Auf Basis dieser positiven Erfahrung kam die Idee auf, über die Vaterunser-Bitte „Unser tägliches Brot gib uns heute“ im Rahmen eines Projektes nachzudenken. Wir sind heute reichlich gedeckte Tische gewohnt und gehen vielleicht etwas gedankenlos über diese Bitte hinweg, ohne die Reichweite dieser Bitte zu spüren.
Wir wünschen, dass wir mit diesem Projekt Gedanken des Nachdenkens, des Wahrnehmens von Grenzen, die Verpflichtung zur Wertschätzung und Solidarität mit unseren Mitmenschen anregen können.
Das Gemeindeteam freut sich auf Anregungen und Hinweise von Ihnen.
Viel Freude beim Lesen
Meine persönliche Überzeugung und Auffassung gipfelt in der Erkenntnis, dass die Menschheit der Kraft des Gebetes heute mehr bedarf als jemals zuvor in der Geschichte.
Wernher Freiherr von Braun
Das Vaterunser:
Im KATECHISMUS DER KATHOLISCHEN KIRCHE wird das Vaterunser auf 25 Seiten erklärt und auf die zentrale und umfassende Bedeutung des Gebetes hingewiesen. Hinsichtlich der Vaterunser-Bitte „Unser tägliches Brot gib uns heute“ soll an dieser Stelle in verkürzter Form (Absatz 2764) zitiert werden: Die Bergpredigt ist Lebenslehre, das Vaterunser ist Gebet … Jesus leitet uns mit seinen Worten zu diesem neuen Leben an und lehrt uns, im Gebet darum zu bitten.
Mehrere Theologen und Philosophen bezeichnen dieses Gebet als das Gebet der Menschheit. Jesus lehrte, wie wir Menschen – ohne Ausnahme - zu Gott beten dürfen.
Der uns heute vertraute Text des Vaterunsers besteht aus sieben Bitten (Mt 6,9–13). In kurzen Sätzen wird beschrieben, um was wir Gott bitten dürfen. Kurz und prägnant formuliert wie die zehn Gebote. Die Kürze des Gebets ermöglichte es den ersten Christen, es leicht auswendig zu lernen, um es in der Gemeinschaft und allein beten zu können.
Menschen in Notlagen werden das Vaterunser in einer anderen Intension beten als Menschen in einem sorgenfreien Umfeld. Und viele tun sich mit einem anonymen Gott in irgendeinem Himmel, schwer. In folgender Weise gebetet, wird die Schönheit des Vaterunsers sichtbar.
Im KATECHISMUS DER KATHOLISCHEN KIRCHE wird das Vaterunser auf 25 Seiten erklärt und auf die zentrale und umfassende Bedeutung des Gebetes hingewiesen. Hinsichtlich der Vaterunser-Bitte „Unser tägliches Brot gib uns heute“ soll an dieser Stelle in verkürzter Form (Absatz 2764) zitiert werden: Die Bergpredigt ist Lebenslehre, das Vaterunser ist Gebet … Jesus leitet uns mit seinen Worten zu diesem neuen Leben an und lehrt uns, im Gebet darum zu bitten.
Mehrere Theologen und Philosophen bezeichnen dieses Gebet als das Gebet der Menschheit. Jesus lehrte, wie wir Menschen – ohne Ausnahme - zu Gott beten dürfen.
Der uns heute vertraute Text des Vaterunsers besteht aus sieben Bitten (Mt 6,9–13). In kurzen Sätzen wird beschrieben, um was wir Gott bitten dürfen. Kurz und prägnant formuliert wie die zehn Gebote. Die Kürze des Gebets ermöglichte es den ersten Christen, es leicht auswendig zu lernen, um es in der Gemeinschaft und allein beten zu können.
Menschen in Notlagen werden das Vaterunser in einer anderen Intension beten als Menschen in einem sorgenfreien Umfeld. Und viele tun sich mit einem anonymen Gott in irgendeinem Himmel, schwer. In folgender Weise gebetet, wird die Schönheit des Vaterunsers sichtbar.
Der (ägyptisch-libanesische-ungarische) Jesuit Henri Boulad betet das Vaterunser wie folgt:
VATER UNSER IM HIMMEL
im Himmel, der sich im Herzen der Menschen befindet und im Herzen der Welt
GEHEILIGT WERDE DEIN NAME
dieser Name den jeder Mensch
in seinem Herzen trägt als eine Erwartung.
Deinen Namen heiligen heißt den Menschen heiligen,
denn du hast den Menschen heilig erdacht,
so wie du selber heilig bist,
Die Verehrung, die wir Dir entgegenbringen,
sollen wir den Menschen entgegenbringen.
Den Menschen anbeten heißt
Dich im Menschen anbeten.
DEIN REICH KOMME
bedeutet, dass die Fülle Deines Wesens
ins Herz unseres Menschseins
und unserer Geschichte gelangen möge.
DEIN WILLE GESCHEHE
WIE IM HIMMEL SO AUF ERDEN
bedeutet, dass Dein Plan unser Plan werde,
dass Dein Wille unser Wille werde,
dass Deine Sicht der Menschheit unsere eigene werde.
An diesem Tag
wird jeder Mensch sein Tagesbrot bekommen,
in einer brüderlichen Welt,
in der jeder dem anderen vergibt
und alles fallen lässt,
was er gegen seinen Nachbarn hegt.
An diesem Tag
werden wir dem Bösen der Welt ein Ende setzen,
weil wir der Liebe zum Sieg verhelfen. Amen
Kein irgendwo im Weltall thronender Gott. Ein Gott in unseren Herzen, den wir (nur) ehren können, wenn wir unseren Mitmenschen ehren. Wenn wir unserem Mitmenschen Mitmensch sind. An diesen Gott (Vater, Mutter, Bruder, Schwester) richten wir auch die Vaterunser-Bitte „Unser tägliches Brot gib uns heute“.
Die Bitte: Unser tägliches Brot gib uns heute
Um die Tragweite dieser Bitte zu verstehen, folgende Hinweise:
Das Vaterunser wird uns von den Evangelisten Lukas (LK 11,2-4) und Matthäus (Mt 6,9-13) überliefert.
Bei Lukas wird zuvor (LK 10,38-42) von Jesu Besuch bei den Schwestern Martha und Maria berichtet. Martha kümmerte und sorgte sich (leibliches Brot) um den Besucher Jesus, Maria hörte seinen Worten (geistiges Brot) zu. Die Antwort Jesu auf die Klage von Martha: „Martha, Martha, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eins ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden“.
Bei Matthäus steht das Vaterunser (Mt 6,9-13) in Mitte der Bergpredigt (Mt 5,1f), welche mit den Seligpreisungen beginnt.
Jesus hat zu den Menschen in der Regel auf Aramäisch gesprochen. Nach Aussage von Sprachwissenschaftlern bedeutet das aramäische Wort „lachma“ sowohl „Brot und was wir zum Leben brauchen“ als auch „Einsicht“.
Unser Brot ... gib uns:
Auch wenn wir das Gebet für uns alleine beten, beten wir nicht „mein Brot“ gib „mir“. Das uns schließt immer alle Menschen ein, nicht nur die Familie des Beters, die Nachbarn, das Dorf, die Mitchristen usw. Wir beten immer für alle Menschen. Wir erinnern uns „VATER UNSER IM HIMMEL
im Himmel, der sich im Herzen der Menschen befindet und im Herzen der Welt“. Es sind die Menschen an den Polarkreisen, die Menschen in Amerika, in Europa, in Australien, in Asien und Afrika. Menschen jeder Nation, jeder Hautfarbe ohne Unterschied, ob sie einer Religion angehören oder nicht.
Und denken wir in die Einbettung des Gebetes in die Bergpredigt mit den Seligpreisungen. Wir bitten auch um „Brot“ besonders für Menschen in Nöten (Krieg, Naturkatastrophen, Pandemien usw.) Das Vaterunser gilt nicht umsonst ein Gebet der Menschheit für die Menschen.
Auch wenn wir das Gebet für uns alleine beten, beten wir nicht „mein Brot“ gib „mir“. Das uns schließt immer alle Menschen ein, nicht nur die Familie des Beters, die Nachbarn, das Dorf, die Mitchristen usw. Wir beten immer für alle Menschen. Wir erinnern uns „VATER UNSER IM HIMMEL
im Himmel, der sich im Herzen der Menschen befindet und im Herzen der Welt“. Es sind die Menschen an den Polarkreisen, die Menschen in Amerika, in Europa, in Australien, in Asien und Afrika. Menschen jeder Nation, jeder Hautfarbe ohne Unterschied, ob sie einer Religion angehören oder nicht.
Und denken wir in die Einbettung des Gebetes in die Bergpredigt mit den Seligpreisungen. Wir bitten auch um „Brot“ besonders für Menschen in Nöten (Krieg, Naturkatastrophen, Pandemien usw.) Das Vaterunser gilt nicht umsonst ein Gebet der Menschheit für die Menschen.
Unser Brot ... gib uns:
Auf die historische Entwicklung des Brotes (erste Funde im Nordosten Jordaniens) vor über 14.000 Jahren, werden wir in einem eigenen Beitrag eingehen.
Lukas verwendet für Brot das griechische Wort für Brot (artos) – das aus dem Weizen geschaffene. Wasser und gemahlenes Weizenkorn, das Feuers und die Arbeit des Menschen, sind zur Herstellung des Brotes notwendig. Es gehört den Reichen wie den Armen. Im Judentum stand es für die Güte der Schöpfung und des Schöpfers, aber auch für die Demut.
Für viele Menschen war Brot das Grundnahrungsmittel und oft das einzige. Lassen wir uns nicht blenden von dem heutigen Lebensmittelangebot unserer Discounter und Supermärkten. Wir dürfen Brot auch mit dem Wort Broterwerb, d. h. Arbeit gleichsetzen. Dies ist für viele Menschen nicht selbstverständlich.
Auf die historische Entwicklung des Brotes (erste Funde im Nordosten Jordaniens) vor über 14.000 Jahren, werden wir in einem eigenen Beitrag eingehen.
Lukas verwendet für Brot das griechische Wort für Brot (artos) – das aus dem Weizen geschaffene. Wasser und gemahlenes Weizenkorn, das Feuers und die Arbeit des Menschen, sind zur Herstellung des Brotes notwendig. Es gehört den Reichen wie den Armen. Im Judentum stand es für die Güte der Schöpfung und des Schöpfers, aber auch für die Demut.
Für viele Menschen war Brot das Grundnahrungsmittel und oft das einzige. Lassen wir uns nicht blenden von dem heutigen Lebensmittelangebot unserer Discounter und Supermärkten. Wir dürfen Brot auch mit dem Wort Broterwerb, d. h. Arbeit gleichsetzen. Dies ist für viele Menschen nicht selbstverständlich.
Hinweise (verkürzt) aus dem KATECHISMUS DER KATHOLISCHEN KIRCHE:
Absatz 2829: „Gib uns“ ist auch Ausdruck des Bundes. Wir gehören Gott und er ist für uns da. Das Wort „uns“ anerkennt ihn auch als den Vater aller Menschen …
Absatz 2830: Es ist unmöglich, dass der Vater, der uns das Leben gibt, uns nicht auch die zum Leben notwendige Nahrung, alle angemessenen materiellen und geistigen Güter gibt.
Absatz 2830: Es ist unmöglich, dass der Vater, der uns das Leben gibt, uns nicht auch die zum Leben notwendige Nahrung, alle angemessenen materiellen und geistigen Güter gibt.
Betrachten wir das aramäische Wort für Brot „lachma“, welches „Brot und was wir zum Leben brauchen“ als auch „Einsicht“ bedeutet.
„Einsicht“: Einsicht in einen Garten, ein Tal, in Akten usw. d.h. etwas mit den Augen sehen. Aber auch: Erkenntnis zu etwas, das bisher unklar war und das man nun als das Ergebnis von Nachdenken verstanden hat. Kommen wir nochmals auf den Besuch Jesu bei den Schwestern Martha und Maria zurück „Martha, Martha, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eins – die Erkenntnis und das Verstehen meiner Worte - ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden“.
Bei einer immer komplexer werdenden Welt mit einem immer mehr Informationen und Fakenews wird die Bitte um Einsicht immer wichtiger. Denken wir an das Lied „Worauf sollen wir hören …“
Wir dürfen um alles, was wir für unser aller Leben brauchen und um die Einsicht ,den Sinn von Jesu Wort zu erkennen und zu verstehen. Und nicht zufällig hat Matthäus das Vaterunser in der Mitte der Bergpredigt eingefügt. Wir können das Wort „uns“ nicht reinen Gewissens beten und den Nächsten und die Seligpreisungen ausblenden.
Nachklang entnommen einem Beitrag zur Vaterunser-Bitte von Dr. Eugen Drewermann, Theologe und Psychotherapeut:
… Unser tägliches Brot (was wir zum Leben auch brauchen), das sind die lächelnden Augen des Menschen, den wir lieben, das ist ein Händedruck oder ein freundliches Wort, das ist eine Aufmunterung, wenn die Arbeit uns schwerfällt, das sind die ersten Veilchen am Steinhang, … das ist die vertraute Wärme der Stube, … das ist die zögernde Hoffnung des Kranken, dass es bald Tag wird, … das ist der treue und traurige Gang zu den Gräbern lieber Verstorbener im Wissen, dass sie bei Gott sind. Von all dem leben wir auch, tagaus, tagein. Das ist auch unser tägliches Brot.
Aber auch Brot im Sinne unserer Nahrung und angemessenen materiellen Güter! Unter diesem Aspekt führen Menschen immer wieder Kriege um jede Wasserstelle, um jede Erdölquelle, um jede Erzgrube … um jedes Saatland … und Kriege mit noch mehr Toten um Arbeitsplätze, Absatzmärkte ..., Marktanteile … und immer wieder um Macht und immer wieder um mehr Macht. …
Im Namen der 400 Brotsorten in den Ländern der Ersten Welt werden in der Dritten Welt Urwälder gerodet und Ackerböden verwüstet, bis es keine Orte mehr gibt für die Reisfelder der Hungernden und für die Hirsepflanzung der Verhungernden. … …
O gib uns unser tägliches Brot, bis wir zumindest im Überfluss die Güte lernen!
VATER UNSER IM HIMMEL
im Himmel, der sich im Herzen der Menschen befindet und im Herzen der Welt
GEHEILIGT WERDE DEIN NAME
dieser Name den jeder Mensch
in seinem Herzen trägt als eine Erwartung.
Deinen Namen heiligen heißt den Menschen heiligen,
denn du hast den Menschen heilig erdacht,
so wie du selber heilig bist, …
im Himmel, der sich im Herzen der Menschen befindet und im Herzen der Welt
GEHEILIGT WERDE DEIN NAME
dieser Name den jeder Mensch
in seinem Herzen trägt als eine Erwartung.
Deinen Namen heiligen heißt den Menschen heiligen,
denn du hast den Menschen heilig erdacht,
so wie du selber heilig bist, …
Und gib uns die Einsicht dies zu erkennen!
