Geschichte
Das 1972 nach Bruchsal eingemeindete Büchenau wurde zwischen 900 und 1100 durch die Rodung von Bruchsalern auf einer leichten Erhöhung in ihrer Gemarkung im Hardtwald (einer Au in den Buchen) gegründet. Das Rodungsgebiet kam 1056 durch eine kaiserliche Schenkung zum Hochstift Speyer. Belegt ist, dass die als Straßendorf angelegte Siedlung ("Büchelnawe") - wie auch das benachbarte Neuthard - erstmals 1281 urkundlich erwähnt ist. Noch im Jahre 1455 wird sie als auf Gemarkung Bruchsal liegend bezeichnet und ihre Bewohner besaßen das Bruchsaler Stadtrecht. Möglicherweise schon in den Jahren 1531 und 1535 könnte sich Büchenau als selbstständige Gemeinde aus dem Stadtverband Bruchsal gelöst haben. Dass dies zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges schon der Fall war, ist belegt. Aus dem Jahre 1623 ist erstmals der Name eines Gemeindeoberhauptes (Schultheiß) überliefert. Als "Grenzdorf" zur Markgrafschaft Baden mit Staffort und Spöck beziehungsweise zur Kurpfalz mit Weingarten kam Büchenau mit dem rechtsrheinischen Territoriums des Bistums Speyer 1803 zum Kurfürstentum (1806 Großherzogtum) Baden.
Bis zum Zweiten Weltkrieg war Büchenau ein katholisch geprägtes Bauerndorf. Zum landwirtschaftlichen Erwerb gehörte bis in das 18. Jahrhundert hinein der Anbau von Hanf und Flachs. Ab 1771 wurde Tabak und ab 1935 zusätzlich Spargel angebaut.Das Gemeindewappen, eine Hanfwaage und ein Tabakbaltt, dokumentiert die historische und die wirtschaftliche Bedeutung der beiden Handelsgewächse.
St. Bartholomäus
"Dies Gotteshaus ward erbaut im Jahre 1742, erweitert 1827, sank in Schutt und Asche durch Fliegerangriff in der Nacht vom 2. Februar 1945, wiederauferbaut 1946-1948 und vollendet im Heiligen Jahr 1950. Deo gratias", lautet eine von Pfarrer Alfred Nägele (1943-1955) verfasste Inschrift im Gebälk der Kirche.
Ihre Weihe erfuhr sie nach einem Umbau im barocken Stil am 2. September 1742 durch den Landesherrn des Hochstiftes Speyer, Fürstbischof Kardinal Damian Hugo von Schönborn, dessen Wappen über dem Hauptportal angebracht ist. Schönborn starnb knapp ein Jahr (19. August 173) nach der Weihe der Büchenauer Pfarrkirche, eine seiner letzten derartigen Amtshandlungen. Eine "Schönborn-Kirche" zu sein, verleiht dem Gotteshaus eine besondere historische Bedeutung.
Beim Wiederaufbau der Kirche nach der Zestörung lehnte das Denkmalamt Karlsruhe die Neuerrichtung der über zwei Jahrhunderte vorhandenen barocken Zwiebelturmspitze ab. Sei wurde 1971 durch eine Pyramide ersetzt. Ein Nachbau der alten Turmspitze ist neben dem Pfarrzentrum aufgestellt. Im Foyer des Gebäudes befindet sich auch eine der esten drei Glocken der Kirche, die "Hosanna" von 1476.


